
Das Herzstück unseres Campervans. Zwei komplette Ausbaustufen, zehn Kapitel, ein Bus. Warum wir zweimal ausgebaut haben und warum das Aufstelldach alles verändert hat. Ehrlich dokumentiert: Dämmung, Verkleidung, Boden, Küche, Wasser und Schlafen, alles was aus einem leeren Laderaum ein Zuhause für vier plus Hund macht.
Unser Weg zum eigenen Budget-Camper: unter 10.000 € ein Reisemobil für die ganze Familie. Mit allen Preisen, ersten Nächten und kleinen Problemchen.
Alle Folgen ansehenCamper-Upgrade: vom Bärenarsch zum Komfortcamper für die ganze Familie. Die Gamechanger und ein Bus, der am Leben gehalten werden will.
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Der Bärenarsch: dunkel, gemütlich, gegen jede Hipster-Regel. Mark 1 in seiner ganzen Pracht.
Berechtigte Frage, die uns oft gestellt wird. Mark 1, der erste Ausbau, war super. Budgetcamper unter 10.000 Euro, viel geschenktes Material, vier Leute fahren, zu zweit campen. Innen dunkel lasiert, gegen jede Instagram-Hipster-Regel, von uns liebevoll Bärenarsch getauft. Nicht schön, aber gemütlich, und wir stehen bis heute dazu.
Aber Mark 1 hatte Grenzen, und die wurden mit der Zeit immer deutlicher. Vier Leute bei schlechtem Wetter? Ging nicht. Kein richtiger Wohnraum, keine Fenster, kein Platz zum Drinbleiben wenn es draußen schüttet. Und der Clou: Zum Bettumbau musste man erstmal aussteigen. Genau das sollte Mark 2 lösen, die Komfortvariante mit Aufstelldach: echter Wohnraum, Stehhöhe, Fenster, Schlafplätze für vier. Kein Luxus, sondern Alltagstauglichkeit für eine vierköpfige Familie.

Hecktüren auf, der komplette Bärenarsch-Innenausbau aus Mark 1 auf einen Blick, hier auf einem Privatgelände in Schweden.
Dämmung ist undankbar. Sie kostet Zeit, Geld und Nerven, und wenn sie fertig ist, sieht man nichts davon. Aber sie entscheidet darüber, ob der Bus im Sommer zur Sauna wird und im Winter zum Kühlschrank, oder ob man es tatsächlich aushält da drin. Wir haben mit Armaflex gedämmt, selbstklebender Kautschuk, der sich an jede Rundung anschmiegt und keine Feuchtigkeit aufnimmt. An Wänden und Decke 19 mm.
Das Praktische am Umbau auf Mark 2: Die Dämmung an Wänden und Boden aus Mark 1 konnten wir größtenteils weiternutzen, es waren nur kleine Nach- und Reparaturarbeiten nötig. Verloren ging nur die Deckendämmung, weil fürs SCA Aufstelldach das Dach aufgeschnitten werden musste. Dazu unten mehr.
Beim Boden mussten wir von Anfang an Kompromisse machen, und zwar wegen der Sitzanker für die Fahrgastsitze, die wir schon in Mark 1 verbaut haben. Die brauchen eine definierte Höhe, deshalb liegt bei uns nur 6 mm Armaflex am Boden. Wer keine zusätzlichen Fahrgastsitze plant, macht das anders und besser: eine Rahmenkonstruktion auf der Bodenplatte, dazwischen 12 bis 16 mm Dämmung, entweder Armaflex oder Vanue, das speziell für Camper entwickelt wurde.

Minimale Bodendämmung, den Sitzankern geschuldet.
In jedem zweiten Camper-Forum wird darüber gestritten. Unsere Antwort nach zwei Ausbauten: nein, lohnt sich nicht. Armaflex dämmt nicht nur Wärme und Kälte, sondern schluckt auch Geräusche, auch während der Fahrt. Der zusätzliche Aufwand mit Alubutyl darunter bringt in der Praxis so wenig, dass es das Geld und das Mehrgewicht nicht wert ist. Christian von Road and Board hat das in einem Video eindrucksvoll bewiesen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann es an den ganz großen Blechflächen wie der Schiebetür machen. Müssen tut man es nicht.
Bei uns kam 2019 Armaflex ACE in den Bus, vor allem weil es günstiger war. Damals gab es kaum Alternativen, und viele Vanausbauer haben sich über die genaue Serie wenig Gedanken gemacht, Hauptsache Armaflex.
Heute weiß man mehr, und das ist gut so. Es wird zu Recht stärker auf Umwelt und Gesundheit geachtet, auch weil es inzwischen Hersteller wie Vanue gibt, die ihr Dämmmaterial speziell und ausschließlich für den Fahrzeugausbau entwickeln.
Und trotzdem, ganz ehrlich: Bei uns hat das ACE gehalten. Kein Schimmel, jahrelang gereist, alles dicht. Würden wir heute neu kaufen, würde es ACE Plus oder Vanue werden. Aber unser Beispiel zeigt auch, dass hier kein Drama nötig ist.
Inzwischen gibt es von Armacell sogar Armaflex Home, das ausdrücklich für den Camperausbau beworben wird und emissionsarm ist, allerdings mit schlechterer Brandklasse. Ehrlich gesagt kennen wir bisher niemanden, der es tatsächlich verbaut hat, dafür ist es zu neu.
Ein Wort zum Kleber, denn der ist kritischer als der Dämmstoff selbst: Lösemittelhaltige Armaflex-Kleber riechen beim Verarbeiten deutlich, beim 520er weist Armacell selbst einen hohen VOC-Anteil aus. Selbstklebendes Marken-Armaflex nehmen, nach dem Einbau ein paar Tage gut durchlüften und nicht gleich die erste Nacht drin schlafen, schon gar nicht bei Hitze. Dann ist das Thema gut handhabbar.
ACE — die älteste, einfachste Variante. Günstig, riecht anfangs streng, schlechtere Werte. Für anspruchslose Einsätze okay.
ACE Plus — das umbenannte, bewährte XG. Gute Qualität, Brandklasse B, erfüllt die gängigen Innenraumluft-Anforderungen. Heute die solide Standardwahl für den Camper.
AF — die Premium-Serie mit Microban-Antischimmel-Schutz. Technisch top, für den Camper aber eher Luxus.
Home — neu, von Armacell für DIY und Camper beworben, emissionsarm und geruchsoptimiert. Aber nur Brandklasse E, daher in der Szene umstritten.
Vanue — kein Armaflex, sondern ein eigener Hersteller, der speziell für den Fahrzeugausbau produziert. Alternative mit Fokus auf Umwelt und Gesundheit. → vanue.world
Mit Mark 2 kam das SCA Aufstelldach, und dafür musste das originale Dach aufgeschnitten werden. Damit war die Dämmung an der Decke Geschichte. Aber das ist kein Verlust: Das Aufstelldach übernimmt die Funktion jetzt selbst. Die GfK-Dachschale schließt nach oben ab, darunter die Bettenanlage mit Matratze, im geschlossenen Zustand ein eigener isolierter Aufbau. Was wir wegen des Dachausschnitts neu machen mussten, war die Innenverkleidung. Dazu mehr im nächsten Kapitel.

Der Tag, der unser Reisen komplett verändert hat: Einbau SCA 190 Aufstelldach.

Der Moment in dem ein Transporter aufhört, ein Transporter zu sein. Dämmung ist Fundament, aber die Verkleidung ist das, was man sieht, anfasst und fühlt. Hier entscheidet sich, ob es sich nach Handwerker-Bus anfühlt oder nach einem Ort an dem man gerne ist. Bei Mark 2 haben wir alles neu gemacht. Der alte Upcycling-Ausbau aus Bruno 1 flog komplett raus, und mit ihm das nussbaumfarbene Sperrholz. Diesmal sollte es heller werden, leichter, und vor allem TÜV-sicher.
Ab Werk ist der T5/T6 mit lackierten HDF-Platten verkleidet. In vielen Transportern wird im Laderaum Pappel-Sperrholz verwendet, der Branchenstandard: günstig, leicht, überall zu kriegen. In Mark 1 haben wir genau das genutzt, Pappel-Sperrholz mit 4 mm. Eine Platte von 1,70 mal 2,50 m kostet im Baustoff-Großhandel rund 33 Euro, im Baumarkt locker 80. Tipp also: Baustoffhandel statt Baumarkt.

Mark 1: günstiges Pappel-Sperrholz aus dem Baustoff-Großhandel.
Für Mark 2 sind wir auf unbeschichtetes HDF mit 3 mm gewechselt. Der Grund war der TÜV: Pappel-Sperrholz kann bei einem Unfall gefährlich splittern, gerade wo Fahrgäste sitzen. HDF ist dichter, flexibel und bricht im Ernstfall sanfter statt scharfkantig zu splittern. Wichtig: HDF, nicht MDF. Beides sind Faserplatten, HDF ist die dichtere, härtere Variante. Wer tiefer in die TÜV-Materialfrage einsteigen will, dem zeigen wir das mit dem Prüfer im Detail in der Kategorie Reparaturen & Baustellen.
Lange überlegt, dann entschieden: Die Verkleidung wird gefilzt, nicht lasiert. Filz schluckt Schall, ist angenehm anzufassen, verzeiht kleine Unebenheiten und macht aus der Blechbüchse sofort einen Wohnraum. Nach dem Filzen war der typische Blechbüchsen-Sound beim Fahren weg. Unseren Filz und den Sprühkleber haben wir von Heatsys, danke an Waldemar an dieser Stelle. Für den kompletten Bus, also Seitenwände, Rückseiten der Sitze und Bodenplatte, sind rund 20 Quadratmeter draufgegangen, dazu 8 bis 12 Dosen Sprühkleber. Beim Material und beim Kleber sollte man nicht sparen.
Die wichtigsten Handgriffe beim Filzen habe ich mir von Tino von Mostvanted in Eisenach zeigen lassen. Christian von Road and Board und ich waren bei einer Nachtschicht vor Ort in der Werkstatt. So eine Manufaktur von innen zu sehen und von echten Profis ein paar Kniffe abzuschauen, war Gold wert.
Klingt unspektakulär, ist aber das was den Unterschied macht zwischen Profi-Ausbau und Gebastel. Normale Blechschrauben leiern nach zwei, drei Mal Aufschrauben aus. Einnietmuttern haben ein festes Gewinde (M5 oder M6), in das man immer wieder sauber reinschrauben kann. Verkleidung ab und wieder dran, beliebig oft, ohne dass etwas ausreißt. Man braucht eine spezielle Einnietmutternzange: Loch bohren, Mutter auf die Zange, ins Loch stecken, festziehen, fertig. Wir nutzen die Nietmutter-Ratsche (POP Nut PNT210) — die Ratschen-Variante geht spürbar leichter von der Hand als die einfache Zange.

Gefilzt statt lasiert: schluckt Schall und macht aus der Blechbüchse sofort einen Wohnraum.

Die Einnietmutternzange, hier als komfortable Ratschen-Variante.
Was als Standheizungsprofis begann, hat sich in kurzer Zeit zu einem freundlichen Rundumservice für den Camperausbau entwickelt. Aufstelldächer, Scheiben, Elektrik, Wasser, alles aus einer Hand. Von dort kommen unsere zwei Fenster, der Tisch in der Schiebetür, die Standheizung und der Filz.
Eine echte Manufaktur aus Eisenach, gegründet von Tino und Lena, kein Fließbandzeug. Mostvanted baut individuelle Campervans für fast jedes Gelände, inklusive selbst entwickelter Anbauteile, meist auf Sprinter- oder Iveco-Basis. Höchstes Niveau für Fahrzeuge, mit denen man komfortabel fast überall hinkommt. Wir durften ihre Werkstatt und die Grube nutzen und haben einige sehr hilfreiche Tipps zum Filzen mitgenommen, das alles in entspannter und sehr professioneller Atmosphäre.

Der Boden ist eine dieser Sachen die man zweimal anfasst, wenn man ehrlich dokumentiert. In Mark 1 haben wir die alte Sortimo-Bodenplatte einfach behalten, die war noch gut und stabil, gedämmt wurde damals darunter. Pragmatisch, günstig, hat funktioniert. Mit dem Umbau zu Mark 2 ging das nicht mehr. Die alte Platte hatte die Ausschnitte für die originale Sitzbank drin, und die brauchten wir nicht mehr, weil die neue Schlafsitzbank ein komplett anderes Befestigungssystem hat. Also musste der Boden neu.

Nach der tagelangen Reinigung: Die Ladefläche ist rostfrei und mit Speziallack konserviert.
Die neue Platte haben wir zweiteilig gebaut, verbunden über eine Nut. Das hat einen praktischen Grund: Eine durchgehende Platte bekommt man kaum sauber durch die Schiebetür und an Ort und Stelle. Zwei Teile lassen sich besser handhaben, einsetzen und im Zweifel auch wieder herausnehmen.
Als Belag haben wir uns bewusst für PVC entschieden und gegen Vinyl. Der Grund ist Erfahrung: Vinyl verzieht sich, gerade bei den Temperaturschwankungen die ein Bus mitmacht, vom eiskalten Stand im Winter bis zur aufgeheizten Sauna im Hochsommer. PVC bleibt formstabil, ist robust, leicht zu reinigen und hält dem Alltag mit Sand, Wasser und Dreck stand.

Der neue Boden: zweiteilige Platte mit PVC-Belag, formstabil und pflegeleicht.
Eine Sache, für die wir oft belächelt wurden: Wir haben die originalen Verzurr- und Sitzankerpunkte in der Bodenplatte behalten. Warum? Genau die sind im Alltag Gold wert, um Ladung zu sichern. Die Boxio-Toilette, die Hundebox, der Großeinkauf oder mal eine Kiste Wasser, alles findet hier einen festen Platz und rutscht nicht durch den ganzen Bus. Etwas, das wir niemals missen möchten.

Bevor die schicke Küche kam, gab es den Bärenarsch-Ausbau, und der war vor allem eins: günstig. Mark 1 sollte unter 10.000 Euro bleiben. Das Material war ein wilder Mix aus Tischlerplatte, Sperrholz und Siebdruckplatten, je nachdem was gerade da war. Bezahlt haben wir dafür, bis auf Kanthölzer und Befestigungsmaterial, keinen Cent. Alles Reste, Übriggebliebenes, Geschenktes. Das Bett wurde über die umgeklappte Originalsitzbank gelegt und bestand aus unserer alten Schlafzimmermatratze, mit einem Brotmesser zurechtgeschnitten und wieder umgenäht. Saubequem, ehrlich.

Mark 1 unterwegs: hinten das Bett aus der alten Schlafzimmermatratze, draußen der Regen, vom Beifahrersitz aus.

Material aus Resten, Übriggebliebenem und Geschenktem, so blieb Mark 1 unter 10.000 Euro.
Gekocht wurde in Mark 1 aus einer Küchenbox, und die war richtig gut. Praktisch, durchdacht, hat funktioniert, sogar über mehrere tausend Kilometer durch Skandinavien. Gebaut aus 12 mm Multiplex. Mit einem Haken: Sie wurde über die Hecktüren bedient, nicht über eine Heckklappe. Bei Regen hatte man also nichts zum Unterstellen. Genau solche Alltagsmomente waren am Ende die Gründe für Mark 2. Die Induktionsplatte aus der Küchenbox ist übrigens nicht in Rente gegangen, sondern in die neue Mark-2-Küche umgezogen.

Die Mark-1-Küchenbox aus 12 mm Multiplex, hat tausende Kilometer durch Skandinavien gehalten.

Die Mark-1-Küchenbox im Einsatz, bedient über die Hecktüren.
In Mark 2 kam dann das letzte große Highlight: eine richtige Küche als CNC-gefräster Bausatz. Der Zusammenbau fühlte sich an wie Lego für Erwachsene, durchdacht, passgenau, Stück für Stück zusammensetzbar. Den kompletten Van haben wir in nur neun Tagen ausgebaut, ein Teil davon vor laufender Kamera, weil ein Fernsehteam von Kabel Eins uns begleitet hat.
Von hinten nach vorne: ein zweiteiliger Kleiderschrank mit Lamellentüren, dann die Arbeitsplatte mit Induktionskochfeld und Waschbecken. Darunter ein Staufach mit Lamellen, eine Schublade und ganz unten der Apotheker-Auszug für schmale Sachen. Einen Kühlschrank hatten wir anfangs noch nicht, dafür fehlte schlicht das Geld, also lief erstmal die alte Kühlbox weiter. Der Dometic-Kühlschrank kam später dazu, und weil das vor allem eine Strom- und Einbaufrage ist, erzählen wir die Geschichte in der Kategorie Elektrik.

Die Mark-2-Küche im Detail, ein CNC-gefräster Bausatz, passgenau wie Lego für Erwachsene.
Ich habe schon viele fertige Vanküchen gesehen, aber die Qualität und Reife der Küchen von Christopher Vanlife sind bisher unerreicht.
Manufaktur für individuelle Campervan-Ausbauten aus Schwarzenberg im Erzgebirge, gegründet von KFZ-Mechatroniker Christopher Möckel zusammen mit Felix Georgi. Vom CNC-gefrästen Möbelbausatz bis zum Komplettausbau bauen die beiden so ziemlich alles was ein Van braucht. Ihr Motto: Freiheit made im Erzgebirge. Genau die Leidenschaft merkt man ihren Küchen an.

Wasser im Camper ist Platzmanagement. Wir haben einen 49-Liter-Frischwassertank von Reimo verbaut, und der hat einen Platz gefunden der kaum besser sein könnte: unter dem Kleiderschrank. Toter Raum, den sonst niemand nutzt, wird so zum Wasserspeicher. 49 Liter sind für eine vierköpfige Familie eine ordentliche Menge zum Kochen, Spülen und Händewaschen, ohne ständig nachzufüllen. Der Tank kam zusammen mit der Küchenzeile ins Fahrzeug, denn beide hängen direkt zusammen. Die elektrische Seite der Pumpe behandeln wir in der Kategorie Elektrik, hier geht es um den Tank und seinen Platz.
Beim Abwasser haben wir uns bewusst gegen die einfachste Lösung entschieden. Ein Kanister im Schrank wäre simpel gewesen, hätte aber wertvollen Stauraum gefressen. Stattdessen sitzt unser etwa 27 Liter fassender Grauwassertank von Reimo komplett unsichtbar: gegenüber der Schiebetür, auf der Fahrerseite, zwischen Innenverkleidung und Karosserie.
Ein praktischer Trick beim Einbau: Im Unterboden gibt es ab Werk vorhandene Stopfen, die als Wasserablauf- und Wartungslöcher dienen. Die sind bei allen Modellen vorhanden, aber mit Steinschlagschutz überlackiert und dadurch unsichtbar. Genau die haben wir genutzt und aufgebohrt, statt neue Löcher ins Blech zu setzen. Der Auslass ist bewusst simpel: ein baumarktüblicher Spiralschlauch mit Flansch und Deckel, kein teurer Ablasshahn. Anders als ein Unterflurtank ist das Grauwasser bei uns geschützt verbaut, was sich bisher auch bei Frost als unproblematisch erwiesen hat.
Eine Sache haben wir beim Einbau übersehen: Wir haben keine Entlüftung verbaut. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber wichtig. Läuft Wasser in den Tank, muss die Luft irgendwo raus, sonst staut es sich zurück. Wie wir das nachrüsten und sauber lösen, zeigen wir in der aktuellen Staffel. Also dranbleiben, das Update kommt.
Beim Schlauch haben wir gespart und bei einem großen Zubehörhändler gekauft. Beim Auspacken war der viel zu weiche Schlauch bereits geknickt, und mit genau diesem Schlauch kämpfen wir fünf Jahre später immer noch. Wir hätten gleich einen richtigen mit stabilerem Mantel nehmen sollen. Bei den Schlauchschellen haben wir dagegen keine Kompromisse gemacht: Marinequalität aus Edelstahl, rostfrei. Sau teuer, aber da muss man nie wieder ran.

Fummelig aber lohnt sich.

Der 49-Liter-Frischwassertank, unter dem Kleiderschrank verbaut.

Die Sitzanker im Boden, schon in Mark 1 verbaut. Sie geben die Aufbauhöhe vor, deshalb am Boden nur 6 mm Dämmung.
In Mark 1 wollten wir vollwertige, eingetragene Sitzplätze, ohne ein Vermögen auszugeben. Die günstigste Lösung war, eine originale VW-Sitzbank nachzurüsten. Mit etwas Glück haben wir eine gebrauchte Bank im exakt gleichen Muster wie unsere Sitze im Fahrerhaus für 180 Euro bekommen, dadurch sieht der Innenraum aus wie ab Werk. Dazu kamen die passenden Ankerteile, Winkel, Schrauben, Schraubensicherung und Korrosionsschutzlack. Alles zusammen, selbst gemacht, bleibt man unter 350 Euro. Zum Vergleich: eine zugelassene Bank von einem High-End-Spezialisten kann bis zu 4.000 Euro kosten, top gebaut, aber bei uns damals nicht im Budget. Die vollständige Teileliste gibt es als PDF-Download.

Die gebrauchte Original-VW-Sitzbank, im gleichen Muster wie die Vordersitze, für 180 Euro.
Wichtig und gern übersehen: In der originalen Sitzbank ist nur ein Sicherheitsgurt verbaut. Der zweite muss am Fahrzeug nachgerüstet werden, fest mit der Karosserie verschraubt. Ohne diesen zweiten Gurt gibt es keine Abnahme und keinen zweiten zugelassenen Sitzplatz. Wie das geht, zeigen wir im Video.
Ursprünglich saß die Sitzbank in der zweiten Reihe. Wir wollten sie ganz nach hinten in die dritte Reihe setzen, damit zwischen Führerstand und Bank ein echter Freiraum entsteht. Der Grund war unser Kleinster: Bei schlechtem Wetter musste er vorne zwischen Fahrer- und Beifahrersitz spielen, also direkt auf der Handbremse. Das hat uns ehrlich das Herz gebrochen. Genau diesen Platz wollten wir schaffen.
Gewonnen haben wir ihn mit dem Umstieg auf die zugelassene Rusty Lee Schlafsitzbank: Sie ist in der dritten Reihe montiert, vorne entsteht Raum zum Spielen und Leben, und tagsüber ist sie Sitzbank, nachts Bett. Diese Geschichte steht in Kapitel 07.
Alle Originalteile, Ankerpunkte und Schrauben aus unserem TÜV-abgenommenen Einbau, zum Nachbauen.
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Lange drauf gewartet, in Mark 2 dann endlich verbaut: eine echte Schlafsitzbank, unsere Rock'n'Roll-Bank. Tagsüber vollwertige, zugelassene Sitzbank mit Gurten, mit einem Handgriff zum Bett umgelegt. Schluss mit dem Ausräum-Theater aus Mark 1, wo erst die Matratze auf die umgeklappte Originalbank musste. Wir haben uns für eine Dreiviertel-Bank entschieden, nicht für die volle Breite. Der Grund ist Platz: Die schmalere Bank lässt unten im Wohnraum genug Raum für die Küchenzeile. Eine bewusste Entscheidung für Alltagstauglichkeit statt maximaler Liegefläche.
Das ist der entscheidende Punkt, an dem man nicht sparen darf: Die Bank ist TÜV-zugelassen und kommt mit Anschnallgurten und einem Gutachten für die Eintragung. Nur so dürfen während der Fahrt überhaupt Personen darauf sitzen. Und es geht um mehr als nur ums Sitzen: Die Eintragung der zusätzlichen Sitzplätze war bei uns Voraussetzung für die Fahrzeug-Umschreibung. Eine selbstgebaute oder nicht zugelassene Bank ist im Wohnraum vielleicht okay, aber niemals als Sitzplatz mit Gurt während der Fahrt.
Selbst machbar, aber kein Spaziergang. Für den Einbau müssen Stoßstange, Reserverad, Hitzeschutzblech und einige Kunststoffverkleidungen am Unterboden runter. Geschraubt haben wir bei Mostvanted in Eisenach, wo wir parallel sowieso das Auto gefilzt haben. Der große Vorteil dort: eine Grube und in bester Gesellschaft. Geholfen hat mir Christian, den ihr als Busbastler und von Road and Board kennt. Bei uns war es ohnehin ein längerer Prozess: Erst die Bodenplatte erneuern und den Rost am Unterboden entfernen. Drei Wochen später war alles bereit für den TÜV-Termin.






Der Einbau bei Mostvanted, Schritt für Schritt. Zum Vergrößern anklicken.
Die Rusty Lee gibt es in zwei Welten, und der Preisunterschied ist erheblich. Das nackte Gestell der 3/4-Bank gibt es ab rund 750 Euro, aber Achtung: Das ist die Variante ohne Sicherheitsgurte und ohne TÜV-Gutachten, reine Schlaf- und Liegelösung. Wer Fahrgäste mitnehmen und Sitzplätze eintragen lassen will, braucht die Variante mit Gurten und TÜV-Gutachten, und die liegt bei rund 1.680 Euro. Komplett mit Matratzen und Einbausatz sind es etwa 2.040 Euro. Die zugelassene Bank ist etwas breiter, weil die Anschnaller seitlich Platz brauchen, das solltet ihr beim Möbelbau einplanen.
Die Sitzpolster kommen unbezogen. Maria hat sie als Schablone genutzt, den Stoff zugeschnitten, mit Polstervlies vernäht und auf die Trägerplatten getackert. Das Muster polarisiert bis heute, viele lachen, wenige feiern es. Genau richtig für einen Bus der schon als Bärenarsch keine Designpreise wollte.






Marias Werk: Bezüge selbst zugeschnitten, mit Polstervlies vernäht und auf die Trägerplatten getackert. Zum Vergrößern anklicken.
Günstig selbst gemacht, ab rund 350 Euro: die originale VW-Sitzbank gebraucht plus die passenden Ankerteile im Boden. Maximal günstig, dafür Eigenleistung. Unsere Mark-1-Lösung, siehe Kapitel 06.
Rusty Lee von bus-ok, rund 1.680 Euro (komplett mit Matratzen und Einbausatz etwa 2.040 Euro): zugelassen mit Gurten und TÜV-Gutachten, Selbsteinbau machbar. Unsere Wahl für Mark 2, die super Budgetlösung mit Zulassung.
Schnierle SL3, das High-End: etwa 3.500 Euro ohne Einbau, rund 5.000 Euro mit Einbau je nach Ausrüster. Hervorragend gebaut, aber laut Hersteller ausdrücklich nur vom Fachbetrieb einzubauen, kein DIY. Die richtige Wahl, wenn das Budget da ist. Mehr zur SL3.
Eine echte Legende in der VW-Bus-Szene. bus-ok hat nicht nur die Rusty Lee Schlafsitzbänke, sondern besorgt so ziemlich jedes Teil vom T1 bis zum T6. Wer einen Bulli restauriert, ausbaut oder am Leben hält, landet früher oder später hier.
Rusty Lee 3/4 bei bus-ok · Unsere Einbaudoku mit Fotos · bus-ok Bericht über den Einbau
KFZ-Mechaniker der alten Schule, mit Road and Board im Netz und in ganz Europa unterwegs. Fulltime-Vanlife als Lebenseinstellung und Mitbegründer der Busbastler-Academy. Christian hat bei unzähligen Dingen am Bus mitgeholfen, nicht nur beim Einbau der Schlafsitzbank: jede Menge Expertise, wichtige Tipps, und wenn es mal hakte, moralische Unterstützung und ein ordentlicher Motivationsschub obendrauf. Halb Mechaniker, halb Vanlife-Life-Coach, vor allem aber ein guter Freund. Online wie offline bietet er Hilfe zur Selbsthilfe rund um Selbstausbau und Reisen im Campervan.
Eine Sache, die schon in Mark 1 dazukam und die wir bis heute nicht missen wollen: die Sportscraft Drehkonsole. Sie erweitert den Innenraum einfach um eine weitere Sitzgelegenheit. Den gedrehten Beifahrersitz nutzen wir regelmäßig, nicht nur als Kleiderständer, sondern gerade auf Reisen bei schlechtem Wetter. Dann passt der Tisch perfekt in den Innenraum: zwei sitzen auf der Sitzbank, einer auf dem gedrehten Beifahrersitz, einer auf der Küchenbox. Mehr Gefühl für den Raum, mehr Möglichkeiten, mehr Platz.
Die von uns gewählte Konsole war schnell eingebaut und tut was sie soll. Zwei ehrliche Hinweise: Der Sitz kommt dadurch etwas höher, was für kleinere Beifahrer:innen auf langer Strecke unbequem werden kann. Und unsere klappert seit Tag 1 leicht. Wir haben uns daran gewöhnt, und der Preis stimmt.

Die Sportscraft Drehkonsole: eine weitere Sitzgelegenheit im Innenraum.
Sportscraft mit Batterie · Sportscraft Fahrerseite (ohne Batterie) · Sportscraft Beifahrerseite (ohne Batterie)

Keine separate Tischplatte mehr, kein Stauraumproblem. Die Schiebetür-Verkleidung hat einen integrierten, einhängbaren Campingtisch, immer dabei und nimmt keinen Platz weg. Genau diese Kleinigkeit macht im Alltag den Unterschied: Verkleidung auf, Tisch eingehängt, fertig, ohne Kramen und ohne dass irgendwo eine sperrige Platte im Weg liegt. Innen wie außen nutzbar, drinnen am gedrehten Sitz oder draußen an der Schiebetür. Auf TikTok ist die Lösung viral gegangen, weil sie so simpel wie genial ist.

Eingehängt, eingeklappt, fertig: der Tisch im Alltag.
Den Tisch gibt es direkt bei Heatsys, von dort kommt auch unser Exemplar. Passgenau für T5/T6, kein Einzelstück sondern ein durchdachtes Serienprodukt.





Am Ende sind es die Kleinigkeiten, die aus einem ausgebauten Bus ein Zuhause machen. Sachen, die in keiner großen Bauanleitung stehen, im Alltag aber den Unterschied machen. Hier sammeln wir die kleinen Lösungen, Halterungen und Deko-Ideen, die bei uns über die Zeit dazugekommen sind.
Vom folierten Kühlschrank über einen kleinen selbstgebauten Schminkspiegel bis zu den vielen Halterungen, für Gardinen, das Beil, Zeitschriften oder die Hängematte. Nichts davon ist Raketenwissenschaft, aber alles hat seinen festen Platz und macht das Leben unterwegs leichter.

Der kleine selbstgebaute Schminkspiegel, kostet fast nichts.
Kein vollständiges Einkaufspaket, nur was wir selbst eingesetzt haben, mit einem Satz Begründung warum.

Dämmung
Armaflex AF 19 mm
Für Wände und Decke. Nimmt keine Feuchtigkeit auf, schmiegt sich an Rundungen, schluckt Geräusche.
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Dämmung
Armaflex AF 6 mm
Dünne Variante für den Boden, wenn Fahrgastsitze die Aufbauhöhe begrenzen.
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Werkzeug
Bosch Profi-Cuttermesser
Scharfe Klingen sind beim Filz Pflicht, billige Messer reißen nur. Liegt gut in der Hand und hält.
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Werkzeug
Profi-Cuttermesserklingen
Echt die besten und ein super Preis. Klinge regelmäßig abbrechen, dann franst der Filz nicht.
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Werkzeug
Bosch 12V Stichsäge
Für saubere Zuschnitte an HDF, Bodenplatte und Möbeln. Akkubetrieben, handlich, reicht völlig.
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Material (HeatSys)
Filz + Sprühkleber
Auf HDF kleben statt lackieren. Bessere Akustik, kein kaltes Blech. Rund 20 m² und 8 bis 12 Dosen Kleber für den ganzen Bus.
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Werkzeug
Nietmutter-Ratsche
Die POP Nut PNT210: festes Gewinde ins Blech, beliebig oft lösbar. Die Ratschen-Variante geht spürbar leichter als die einfache Zange.
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Küche
K&H Induktionskochfeld
Wegen der TÜV-Herdplatten-Pflicht angeschafft, aus Mark 1 in die Mark-2-Küche umgezogen.
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Sitzen
Sportscraft Drehkonsole
Dreht den Beifahrersitz in den Wohnraum, eine zusätzliche Sitzgelegenheit. Variante ohne Batterie.
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