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Kein Budget, kein Plan, aber einen Entschluss. Wie wir den Bus gefunden haben, was wir beim Kauf übersehen haben — und was wir nächstes Mal anders machen würden.
Kapitel 01
Der Rote, kurz nach der Anzahlung. Mönchengladbach, Februar 2019.
Die Juno* war weg. Verkauft an einen netten Menschen, der sie hoffentlich genauso liebt wie wir. Und plötzlich standen Maria und ich da: ohne Auto, mit dem Plan, etwas Größeres zu kaufen. Kastenförmig, Platz für vier Leute und einen Dackel, irgendwann drin schlafen. Das Ziel: ein VW T5. Das Budget: begrenzt. Die Expertise: überschaubar — weshalb wir unseren Lieblingsschrauber Christian mit ins Boot geholt haben. → Christian
Erster Halt: Ein weißer T5.2, langer Radstand, Dachträger, Familienbetrieb. Händler sympathisch, direkt Schlüssel in die Hand, sofort Probefahrt — so mag ich das. Oder waren die einfach faul und nicht sonderlich interessiert? Auch gut. Das Auto selbst: schön anzuschauen, keine Frage. Aber keine Klima — und mit Kids im Bus ist das kein Luxus, sondern Überlebensstrategie. Dazu: langer Radstand, damals zu groß für uns. Heute würden wir das anders sehen. Und dann rief ich Christian an: Ölverlust am Getriebe, Rost unterm Motor — lang gestanden. „Bitte weiterschauen."
Zweiter Halt: Mönchengladbach. Ein roter T5.1, älter, mit Klima, ein paar Blessuren, müder Auspuff, sprang nicht mal an. Kein Prachtstück. Aber vor Corona waren die Busse noch bezahlbar, und wir wollten nicht ewig weitersuchen. Unser Kumpel Manu → Schalldose fuhr auch einen 1.9l TDI und war rundum zufrieden — zuverlässig, ausreichend Leistung. Das hat uns den letzten Schubs gegeben.
Wir haben noch am selben Tag unterschrieben.
Wir haben trotzdem unterschrieben. Der rote Bulli war objektiv in einem mäßigen Zustand. Aber er war der richtige. Vermutlich.
Der 1.9l TDI gilt als zuverlässig, Manu war happy, wir waren überzeugt. Was Jahre später trotzdem noch passieren würde — und was wir hätten vermeiden können — das ist eine andere Geschichte. Dazu kommen wir — viele Beiträge später.
Die klassischen Roststellen beim T5 sind nicht da, wo man zuerst hinschaut. Griffleiste an Heckklappe oder Hecktür rostet gerne von innen nach außen — sieht man erst, wenn's zu spät ist. Radläufe: Die Radhausschalen halten Dreck und Feuchtigkeit jahrelang fest, unbedingt abnehmen und dahinter schauen. Beim ehemaligen Handwerkerwagen nicht nur die Innenverkleidung prüfen, sondern auch das Blech im Laderaum — ohne ordentliche Ladesicherung rutscht Ladung, und was gegen Blech rutscht, hinterlässt Spuren. Und unter der Bodenplatte: Schiebetür stand beim Arbeiten stundenlang offen, es hat geregnet, keiner hat's gemerkt. Bodenplatte raus, Taschenlampe rein.
Tipps aus dem Video — gesammelt mit freundlicher Unterstützung von Christian, KFZ-Mechaniker und geduldiger Mensch.
* Juno war unser Nissan Terrano I — ein echter Geländewagen, ursprünglich für eine Rallye gekauft, die wir nie antreten konnten. Nach 35 Jahren hatte mein damaliger Arbeitgeber, die WDR Lindenstraße, dichtgemacht — und damit auch unsere Rallye-Pläne. Schade drum. Für zwei Personen wäre Juno das perfekte Abenteuermobil gewesen, für die ganze Familie war sie schlicht zu klein. Verkauft haben wir sie an Manu — in guten Händen.
Kapitel 02
TODO — Bildunterschrift
Ein gebrauchter T5/T6 hat Geschichte. Meistens mehr als der Vorbesitzer zugegeben hat. Bevor beim Camper-Ausbau auch nur eine Schraube reingeht, muss man erst verstehen womit man es zu tun hat — und das geht nur auf eine Art: alles raus, alles angucken.
📺 Alle Videos gesammelt: Playlist VW T5 Fahrzeug & Karosserie
Bodenplatte raus, Sitze raus, Trittabdeckungen raus, Teppiche und Gummimatten im Fahrerhaus hoch oder am besten raus. Erst dann siehst du was das Fahrzeug dir verschweigt. Bei unserem Roten war's Rost an der Schiebetür-Seite und eine Trennwand-Halterung die ab Werk punktgeschweißt war — haben wir trotzdem rausbekommen. Und dann waren da noch die Kabel unter dem Beifahrersitz, die wir beim Einbau eines Einzelsitzes selbst durchgescheuert haben. Fehler passieren. Gehören dazu. Am besten dokumentiert man sie bevor man sie vergisst.
Die klassische Roststelle beim T5/T6 sitzt unter den Trittstufen — Kunststoffteile mit scharfen Kanten scheuern bei jedem Einsteigen gegen das Blech. Zehn Minuten Arbeit wenn man's früh findet. Deutlich mehr wenn nicht.
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Vier Stahlfelgen schwarz lackiert: 35 Euro, ein Nachmittag. Rückleuchten gegen die klare Version getauscht: eine Stunde, Schraubenzieher, fertig. Außenspiegel gewechselt, Kunststoff aufgefrischt, Schaltsack neu. Nichts davon ist notwendig. Alles davon macht einen Unterschied.
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182.000 Kilometer bei Kauf. Also: Glühkerzen, Dieselfilter, Bremsen vorne und hinten — alles selbst gemacht, alles dokumentiert. Dazu eine defekte Kühlwasserpumpe die wir erst beim Standheizungs-Einbau gefunden haben, ein Thermostat der nie richtig öffnete und ein Bowdenzug für die Luftumschaltung der seit anderthalb Jahren kaputt war und den wir für sieben Euro ersetzt haben. Vieles davon hätte in der Werkstatt dreimal so viel gekostet.
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Für die Standheizung musste der Tank raus. Kein Nachmittags-Projekt — am besten in einer Mietwerkstatt mit Hebebühne. Wer den Einbau einer Standheizung plant: Christian und das Team von busbastler.de bieten dafür regelmäßig Workshops an.
Was hat der komplette Ausbau gekostet? Die vollständige Kostenaufstellung des Mark-1-Ausbaus — von Fahrzeug bis Wohnmobil-Zulassung. → Zum Artikel
Wohnmobil-Zulassung beim TÜV — was wirklich geprüft wird, welche Dokumente du brauchst und was uns fast durchfallen ließ. → Zum Artikel
Kapitel 03
Kein vollständiges Einkaufspaket — nur was wir selbst eingesetzt haben und was den Unterschied gemacht hat. Mit einem Satz Begründung warum.

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Vielzahnschlüssel-Set
Beim T5 kommst du ohne ihn an die meisten Schrauben gar nicht ran. Das Erste was du kaufst.
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Werkzeug
Kunststoff-Hebelwerkzeug-Set
Innenverkleidungen, Türverkleidungen, Clips — alles geht damit raus ohne Kratzer zu hinterlassen.
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Werkzeug
Drehmomentschlüssel (20–100 Nm)
Für Glühkerzen. Wenn du zu fest ziehst, bleibt der Kopf im Motor. Kein Witz.
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Werkzeug
Steckschlüsselsatz
Ohne braucht man gar nicht mit dem Schrauben anfangen. Einmal kaufen, für immer dabei.
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Werkzeug
Bremskolben-Rückdreher
Nur für die Hinterachse — aber ohne ihn geht es schlicht nicht. 16 Euro, einmal gekauft, immer dabei.
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Werkzeug
Auffahrrampen
Sicherer als jeder Wagenheber für Unterbodenarbeiten. Einmal draufgefahren, in Ruhe arbeiten.
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Silikonentferner
Schritt eins vor jedem Lackieren, Kleben oder Dämmen. Was nicht entfettet ist, hält nicht.
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Korrosionsschutzspray
Nach jeder Rostbehandlung sofort drauf. Blankes Metall rostet schneller als du denkst.
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WD-40
Festsitzende Glühkerzen, klemmende Schrauben, korrodierte Kontakte. Einsprühen, warten, dann erst drehen.
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2K Glasfaserspachtel
Für Dellen, Löcher, abgebrochene Unterbodenteile. Handschuhe und Atemschutz Pflicht — der Geruch ist kein Spaß.
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Keramikpaste
Bei jedem Bremsenwechsel auf die Laufflächen — nicht auf die Reibfläche. Verhindert Quietschen und Festbacken.
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Nano Magic Plastic Care
Verblasste Kunststoffteile außen in zehn Minuten wieder dunkel. Kein Lack, kein Aufwand.
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Nitro-Universalverdünnung
Der letzte Schritt beim Karosseriekleber entfernen. Wirkt — aber nur mit Handschuhen und bei offenem Fahrzeug.
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